Der Sonnen-Faktor - Nicht alles ist Gold was glänzt
Der Umgang mit Sonne will gelernt sein. Denn es kommt auf die richtige Dosis an! Die Vorzüge: Sonnenstrahlen aktivieren die Atmung, kurbeln die Durchblutung und regen die Hormonproduktion an. Vorsicht ist dennoch geboten, zumal in der Sonne auch Gefahren lauern. Ein zu viel an UV-Strahlung ist die wichtigste Ursache für Haut- und Augenschäden, vorzeitiger Hautalterung und Hautkrebs.
Das Sonnenlicht ist aus vielen Strahlentypen zusammengesetzt, die unterschiedliche Eigenschaften haben. Wärmestrahlen (Infrarotstrahlen) machen ca. 45 Prozent des Sonnenlichts aus. Die UV-Strahlen (ultraviolette Strahlen) sind mit 6 Prozent im Sonnenlicht vertreten und werden in UVA, UVB und UVC unterteilt. Die UVC-Strahlen sind die gefährlichsten und werden von der Atmosphäre vollständig gefiltert, treffen also nicht auf die Erde auf. UVA- und UVB-Strahlen dagegen dringen oberflächlich in die Haut ein und wirken sehr vielfältig.
Wird die Haut zu lange bestrahlt, entwickelt sich innerhalb von Stunden bis Tagen ein Sonnenbrand. Doch noch ehe eine sichtbare Rötung der Haut entsteht, können UVA-Strahlen die Zellen bereits geschädigt haben. Entweder sterben diese betroffenen Zellen ab oder sie werden durch den zelleigenen Reparaturmechanismus wieder instand gesetzt. Wenn der Strahlenschaden aber die Reparaturkapazität übersteigt, verändert sich die Erbinformation dauerhaft und die Zelle funktioniert fehlerhaft. Eine zu hohe und dauerhafte UV-Belastung besitzt großen Einfluss auf die vorzeitige Hautalterung, die man auch als „Lichtalterung“ oder „Photoaging“ bezeichnet. Gemeinsam greifen beide Strahlentypen (UVA & UVB) das Zellmaterial an und aktivieren Stoffe, die die DNA der Haut schädigen. Gelingen die Versuche der Haut nicht, die geschädigten Zellen zu reparieren, wird die Hautalterung beschleunigt. Es kommt zu einer vorzeitigen Bildung tiefer Falten, zur Erschlaffung des Gewebes und einer fleckigen Pigmentierung. die sich nicht immer mit Make-up überdecken lassen. „Bereits ein einziges Sonnenbad verursacht einen erheblichen Verlust von Pro-Kollagen I und III während der folgenden 24 Stunden“, warnt Professor John J. Voorhees von der University of Mitchigan in An Arbor (USA).
Die Sonne hat auch eine positive Seite: Die Bildung von Vitamin D, das „Sonnenhormon“. Ohne die Wirkung der Sonne kommt es zu Vitamin-D-Mangel, denn die Ernährung deckt lediglich etwa zehn bis 20 Prozent des Bedarfs. Die heilende Kraft der Sonne erforschen die Ärzte bereits seit Jahrzehnten. Unklar war jedoch, welche Rolle Vitamin D in diesem Zusammenhang spielt. Viele Studien haben sich mit der Frage beschäftigt, ob Vitamin D das Risiko von chronischen Krankheiten wie Krebs, Herz- und Gefäßleiden, Diabetes und Multiple Sklerose verringern kann. Wissenschaftler streiten sich nun darüber, wie viel Vitamin D wir brauchen. Im Mangelfall drohen bei Kindern Rachitis und bei Erwachsenen Knochenerweichung und die im Alter Osteoporose, poröse und brüchige Knochen. Doch Vitamin D ist vermutlich weit mehr als ein Knochenhärter. Menschen in südlichen Breiten, die das ganze Jahr über ausreichend Sonne und damit viel Vitamin D bekommen, sterben seltener an Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes und an manchen Krebsformen, etwa bösartigen Darm- oder Brusttumoren. Auch das Nervenleiden Multiple Sklerose tritt seltener auf.
Den ausführlichen Artikel können Sie in der aktuellen Ausgabe der UPTODAETE 03/2012 nachlesen.
