NEUE GEHEIMNISSE DER ALTERNSFORSCHUNG ENTSCHLÜSSELT

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Am Altern führt leider kein Weg vorbei.

Doch was genau beschert uns eigentlich ab der Lebensmitte Fältchen, einen müden Teint, weniger Muskelmasse, hartnäckige Fettpölsterchen, ein erhöhtes Krebs-Risiko und eine geringere Gedächtnisleistung? Welche Prozesse laufen im Körper ab, die den Traum von der ewigen Jugend torpedieren?

Als gesichert gelten seit geraumer Zeit zwei Erklärungen, die Telomer-Theorie und die These vom oxidativen Stress. Doch Forscher haben jetzt herausgefunden, dass es noch ganz andere Vorgänge im Körper gibt, die eventuell einen deutlich stärkeren Einfluss auf unseren Alterungsprozess haben als die bisher bekannten Facts. So lässt sich in Zukunft das Better Aging eventuell deutlich gezielter beeinflussen.

Wenn die Gen-Reserven schwächeln

Bisher hat sich die Forschung das Altern so erklärt: Unsere Chromosomen haben am Ende Kappen ähnlich wie bei Schnürsenkeln, die sogenannten Telomere. Bei jeder Zellteilung verkürzt sich das Telomer. Ein Enzym namens Telomerase erneuert diese Schutzkappen ständig, allerdings nicht bei allen Zellen. Wird das Telomer zu kurz, begeht die Zelle quasi „Selbstmord“. Rund 50 mal kann sie sich teilen, dann ist Schluss. Unser Körper hat jedoch eine kleine, genetische Reserve, die adulten Stammzellen. Sie sind quasi die Mutterzellen aller Körperzellen.
Um diese wichtige Ressource so lange wie möglich zu schützen, sind viele Stammzellen in einer Art von Ruheschlaf, der sogenannten Quieszenz. Das bewahrt sie davor, dass sich ihre Telomere zu schnell verkürzen. Diesen Relax-Modus unterbrechen sie nur, wenn größere Reparaturen in dem Organ, in dem sie angesiedelt sind, anstehen. Das Problem: Im Alter ist der „Erholungsschlummer“ der Stammzellen gestört, sie sind permanent aktiv, sterben ohne ihre schützenden Telomere entweder ab oder produzieren genetisch defekte Zellen.
Der zweite Prozess, der uns altern lässt, ist der sogenannte oxidative Stress. Er entsteht durch Freie Radikale, die der Körper zum einen beim normalen Stoffwechsel selbst bildet, die aber auch durch Giftstoffe aus der Umwelt oder Nahrung wie UV-Strahlen, Nikotin, Alkohol, zuviel Zucker oder Stress vermehrt entstehen. Diese Freien Radikale sind sehr reaktionsfreudige, „aggressive“ Sauerstoff-Moleküle, die das Erbgut verändern und die Zellen schädigen.

Altern im Zeitraffer

Auf der Suche nach den Geheimnissen eines langen Lebens schauen Biomediziner gerade intensiv ins Aquarium. Das Objekt ihrer Begierde ist nur sechs Zentimeter groß, schillert türkis-gelb und lebt eigentlich in afrikanischen Tümpeln: Der Türkise Prachtgrundkärpfling (Nothobranchius furzeri). Vier Monate ist er maximal auf der Welt – und genau dieses kurze Leben macht den Fisch mit dem Zungenbrecher-Namen zu einem äußerst begehrten Objekt für die Alternsforschung. An dem kurzlebigen Fisch lässt sich praktisch im Zeitraffer der Kreislauf des Lebens von der Geburt über die Fortpflanzung und das Altern bis hin zum Tod beobachten.
Arbeitete man bisher für bessere Erkenntnisse in Sachen Aging mit Fadenwürmern, Hefepilzen und Fruchtfliegen, lassen sich die Forschungsergebnisse nun durch die größere evolutionäre Nähe des Fisch-Erbguts zu uns besser auf den Menschen übertragen.
Forscher des Fritz-Lipmann-Instituts in Jena haben bereits mehrere Millionen Bausteine seines Genoms (Erbgut) entziffern können und es in einer Art von öffentlichen Genom-Bibliothek Forschern weltweit zur Verfügung gestellt. Die können so mit den Fisch-Genen forschen, ohne sich selbst ein Aquarium ins Labor zu stellen. Durch Kreuzungen mit langlebigeren Unterarten des Fisches und gezielt ausgelösten Veränderungen des Erbguts konnten die Biologen aus Jena auf vier Chromosomen Bereiche entdecken, auf denen Alterungs-Gene liegen. Diese Gene müssen also für die kurze Lebensdauer des Fischer verantwortlich sein und können nähere Erkenntnisse darüber geben, was uns eigentlich alt macht – oder im Umkehrschluss jung erhalten könnte.

Warum Bewegung so wichtig ist

Ein ganz großer Fisch ist gerade auch Alternsforschern aus Japan ins Netz gegangen. Bekannt ist seit langem: Im Alter lässt die Muskelkraft nach, Entgiftungsorgane wie Leber und Nieren arbeiten nicht mehr so perfekt wie in jungen Jahren. Doch wie kommt es eigentlich dazu? Am Okinawa Institute of Science and Technology Graduate University entdeckten die Forscher jetzt bestimmte Metaboliten, die mit dem Alterungsprozess in enger Verbindung stehen. Metaboliten sind Zwischenprodukte in Stoffwechsel-prozessen, die unter dem Einfluss von Enzymen entstehen. Die Forscher entnahmen für ihre Studie 15 gesunden jungen Erwachsenen um die 30 sowie 15 gesunden älteren Menschen um die 80 Blutproben. Mittels einer sogenannten Flüssig-Chromatographie trennten sie flüssige Blutbestandteile und andere Substanzen, so dass man die Metaboliten im Blut identifizieren kann.
Die Wissenschaftler entdeckten 14 altersrelevante Substanzen bzw. Metaboliten. Die Hälfte davon waren Verbindungen, die eine antioxidative Wirkung haben oder für die Muskelkraft entscheidend waren. Ihr Level war im Körper der älteren Probanden deutlich geringer als bei den jüngeren Studienteilnehmern. Erhöht war dagegen die Anzahl der Metaboliten, die für eine rückläufige Leber- und Nierenfunktion zuständig waren.
Um den Level der Anti-Aging-Metaboliten wieder anzuheben bzw. zu senken, empfehlen die Wissenschafter besonders im Alter ab 65 regelmäßige Bewegung und eine Ernährung mit Lebensmitteln, die reich an Antioxidatien ist. Kein ganz neuer Rat, aber einer, von dem man jetzt weiß, warum und vor allem dass er extrem sinnvoll ist.

Super-Food gegen Alterungsprozesse

Lebensmittel mit vielen Antioxidatien erkennt man übrigens an ihrem hohen ORAC-Wert. Diese Maßeinheit steht für Oxygen Radical Absorption Capacity und gibt an, wie stark ein Lebensmittel die Zellen vor dem Angriff von Freien Radikalen und damit vor dem Alterungsprozess des Körpers schützt. Wahres Anti-Aging-Super-Food sind fast alle Beerenarten wie Holunderbeeren, Blaubeeren, Preiselbeeren, schwarze Johannisbeeren, Himbeeren oder Erdbeeren.
Zudem Trockenfrüchte wie Aprikosen, Goji- oder Aroniabeeren. Bei Gemüse sind Rotkohl, Brokkoli, Möhren und Spargel die Spitzenreiter. Hohe ORAC-Werte stecken auch in Walnüssen, Haselnüssen, Chia-Samen und Mandeln. Und für alle Genießer: In dunkler Schokolade mit einem Kakaoanteil von mindestens 70 % und Rotwein (besonders Cabernet Sauvignon) steckt ebenfalls die Kraft der Langlebigkeit.
Die kräftige Farbe und das intensive Aroma dieser Lebensmittel sind es übrigens, das sie so gesund macht. Farb- sowie Geschmackstoffe der Pflanze nennt man auch sekundäre Pflanzenstoffe oder Polyphenole. In den Pflanzen selbst dienen sie als Schutz vor UV-Strahlung und Feinden oder locken Insekten zur Bestäubung an. Über die Nahrung in unseren Körper aufgenommen, entfalten sie ebenfalls ein ganzes Feuerwerk an Schutzwirkungen, besonders vor typischen Alterserkrankungen.
In einer aktuellen Studie (Mai 2016) der Universität Liverpool haben Forscher herausgefunden, dass besonders Polyphenols aus Zwiebeln, Kurkuma, Roten Trauben, Grünem Tee sowie Acai-Beeren das Risiko von chronischen Entzündungs- prozessen im Alter senken, die zu Diabetes, Herzerkrankungen, Krebs oder Alzheimer führen können.
Spannend auch, was Forscher aus Spanien über zwei unserer Grundnahrungsmittel herausgefunden haben: Eier & Fleisch. Sie könnten durch ihren hohen Gehalt an Vitamin B3 möglicherweise dafür sorgen, dass wir länger leben.
In Experimenten erhöhten Forscher des spanischen Krebs- forschungszentrum Centro Nacional de Investigaciones Oncologicas (CNIO) in Madrid durch Genmanipulationen den Gehalt von NADPH in den Körpern von Mäusen. Dieses Co- Enzym ist, anders als einzelne Oxidantien, verantwortlich für den Gesamt-Schutz des Körpers vor Freien Radikalen. Hohe Level von NADPH sorgten für eine längere Lebensdauer, ein verringertes Risiko von Alters-Diabetes und eine bessere Koordination der Bewegungen im Alter. Erhöhen lässt sich der NADPH-Spiegel auch im menschlichen Körper besonders durch Vitamin B 3 und seine Verwandten wie Nicotinamid, die beide entscheidend an der Bildung des Langlebigkeits-Stoffes beteiligt sind. Viel Vitamin B3 steckt beispielsweise in Fleisch, Fisch, Innereien, Eiern, Avocados aber auch in Bohnenkaffee.

Text:Nivea Science

 

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