Ein chemisches Peeling im Frühling?

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Warum eigentlich nicht!

Der Frühjahrsputz im Haus, die nachwinterliche Bodensanierung im Garten, die Detoxkur für den Stoffwechsel, der Bodyscrub für den Körper … Es scheint ja eine Art natürlicher Instinkt zu sein, der uns jetzt motiviert, alles rein und fein und makellos für die Sommersaison zu machen. Wer echte Hautprobleme hat oder einfach nur mit strahlendem, vitalem Teint und deutlich weniger Falten, Pigmentflecken und Unreinheiten die schönste Zeit des Jahres begrüßen möchte, darf sich auch zu Be- ginn der Sonnenzeit noch ein effektives Peeling gönnen. Denn, mal ganz ehrlich, Sonnenbaden ist doch ohnehin so was von retro!

to peel = schälen. pellen

Alle Peelings helfen mehr oder weniger intensiv gegen Altersflecken, Pigmentstörungen (sog. Melasma, insbesondere durch hormonelle Einflüsse), Fältchen und Falten, Hautunreinheiten, vergrößerte Poren, zur Aknebehandlung, Narben und Verhornungsstörungen. Peelings werden überwiegend für Gesicht, Hals, Decolleté und Hände angeboten, aber auch Ganzkörperbehandlungen sind möglich.

Im Detail erzielt ein Peeling folgende positiven Effekte:

  • Glättung der Haut, Abtragung von Verhornungen (Hyperkeratosen).
  • Entfernung von Teilen oder der gesamten Epidermis (Oberhaut). Dadurch Beseitigung von lichtbedingten Zellschäden und Pigmentansammlungen.
  • Aufweichen von Papeln (Knötchen) und Pusteln, wodurch diese dann leichter ausgereinigt werden können (bei Akne).
  • Glättung der Hautoberfläche, Abflachung von Fältchen.
  • Porenverkleinerung.
  • Anregung der Fibroblasten zur Bildung von neuen Collagenfasern und Elastin, dadurch zur Straffung und Verfestigung der Haut.

Neue Generation chemischer Peelings

Chemische Peelings haben sich seit Jahrzehnten als Verfahren für das Skin-Resurfacing, also die intensive Hauterneuerung bewährt. Jetzt gibt es eine neue Generation chemischer Peelings, die bekannte Verfahren wie Fruchtsäurepeelings, das Kombi-Peel oder das Easy-Peel innovativ ergänzen oder verbessern.

Die vier interessantesten sind:

1. Das Easy-Droxy-Complex-Peel

Dieses Peeling enthält Glycol-, Milch-, Zitronen-, Salicyl- und Kojisäure. Es glättet die Haut, führt zu einer schnelleren Zellregeneration, beseitigt Mitesser und wirkt bleichend. Es wird 4 bis 6-mal in 1 bis 2wöchigem Abstand durchgeführt. Es er- fordert keine berufliche Ausfallzeit. Intensiver Sonnenschutz bis 4 Wochen danach.

2. Das Easy-Droxy-Azalain-Peel

Es enthält Glycol-, Milch-, Zitronen- und Azelainsäure. Es ist speziell für die Behandlung der Jugend- und der Spätakne bei Frauen geeignet. Außer den oben beschriebenen Effekten weist es noch eine antientzündliche und Anti-Aknewirkung auf. Auch dieses Peeling wird 4 bis 6- mal in 1 bis 2wöchigem Abstand durchgeführt und führt zu keiner Ausfallzeit im Job. Intensiver Sonnenschutz bis 4 Wochen danach.

3. Das kombinierte Micro-Needling-Easy-Peel

Das Easy-Peel wird bereits seit Jahren mit großem Erfolg bei der Akne vulgaris, bei leichter Narbenbildung, grobporiger Haut, bei Pigmentstörungen und bei Lichtschäden eingesetzt. Jetzt haben Wissenschaftler herausgefunden, dass die Wirkung durch eine vorherige Micro- Needling- Behandlung noch deutlich intensiviert werden kann. In ausgeprägten Fällen, insbesondere bei starken Pigmentstörungen und schweren Lichtschäden ist dieses Kombinationsverfahren eine ideale neue therapeutische Waffe. Allerdings sind die Nebenwirkungen wie Rötungen und Schälung über 1 bis 2 Tage auch stärker als beim reinen Easy-Peel. Die Ausfallzeit beträgt 1 bis 2 Tage. Intensiver Sonnenschutz bis 4 Wochen danach.

4. Das Easy-TCA-Paincontrol-Peel

Eine neue Variante des bewährten Easy-Peels ist das neue Easy-TCA-Pain-Control-Peel. Dieses enthält zusätzlich Phenol zur Schmerzreduktion. Während das Easy-Peel für einige Minuten nach dem Auftragen brennt, ist dies bei dem neuen Peelingverfahren nicht der Fall. Für empfindliche Menschen ist daher diese Variante eine gute neue Option. Keine Ausfallzeit, Sonnenschutz bis 4 Wochen danach.

Wir haben bei Dr. med. Hans-Ulrich Voigt, Dermatologie am Dom in München, nachgefragt:

 1. Ist der Frühling wirklich ideal für ein Peeling?

Wir führen Peelings überwiegend in den sonnenarmen Monaten von September bis April durch. Einige Peelings, wie das Fruchtsäurepeeling oder das Pigment Peeling, sind aber auch in den Sonnenmonaten möglich, sofern danach konsequent ein SunBlocker (50+) verwendet wird. Bei den stärkeren Peelings sollte dagegen das Sonnenlicht konsequent für 4 Wochen gemieden werden. Diese sind also nicht unbedingt ratsam vor dem Kurztrip nach Dubai oder vor den Sommerferien am Mittelmeer.

2. Was ist der Vorteil eines chemischen gegenüber einem mechanischen Peeling?

Mechanische Peelings wie die Microdermabrasion entfernen nur die Hornschicht, eventuell auch Teile der Zellschicht der Haut. Chemische Peelings haben darüber hinaus einen deutlichen Effekt auch auf tiefere Schichten bis hin zum unteren Drittel der Lederhaut. Durch den Einfluss der Säuren auf die Lederhaut wird diese zur Neubildung von Kollagenfasern und damit zu Straffung und Glättung der Haut angeregt.

3. Setzen Sie die neuen chemischen Peelings auch in der ästhetischen bzw. Anti-Aging- Medizin ein?

Das Micro-Needling-Easy-Peel eignet sich hervorragend als Anti-Aging-Maßnahme, da es nicht nur zu einer einheitlichen Färbung der Haut, sondern durch den Neuaufbau kollagenen Gewebes auch zur Straffung und Glättung der Haut führt. Das Pigment Peel kann auch bei Altersflecken, insbesondere im Gesicht und Decolleté, eingesetzt werden.

4. Wie schmerzhaft sind die einzelnen Peelings?

1 bis 2 Minuten leichtes bis mittelstarkes Brennen, das durch den Einsatz eines Kaltluftgerätes aber spürbar gemindert werden kann.

5. Wie lang ist die Ausfallzeit bzw. die Zeit, in der noch Rötungen zu sehen sind?

Rötungen sind beim Micro-Needling-Easy-Peel 1 bis 2 Tage sichtbar, bei den übrigen Peelings nur einige Stunden.

6. Wie muss die Patientin sich danach in der Sonne verhalten?

Die neuen Peelings erfordern mehrere Sitzungen (4 bis 6) im Abstand von 1 Woche. Während der Peeling-Phase und bis zu 4 Wochen danach sollte jeder Aufenthalt in der prallen Sonne gemieden und ein SunBlocker mit LSF 50+ aufgetragen werden.