Vegane Zahnpflege

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Experte: Prof. Dr. Andreas Jung, Leiter der Dr. Jung Zahnklinik in Pfungstadt

Aufgrund der steigenden Zahl an Veganern gibt es in beinahe jeder Branche einen Zweig für rein pflanzliche Produkte. „So fragen beispielsweise immer mehr Patienten gezielt nach veganer Zahnpflege“, weiß Prof. Dr. med. dent. MSc. MSc. Andreas Jung, Leiter der Dr. Jung Zahnklinik in Pfungstadt. „Und bei größeren medizinischen Eingriffen, wie beispielsweise Knochenaufbau, weisen wir auf körpereigene Alternativen wie die sogenannte Eigenknochen-Methode hin.“ Welche veganen Möglichkeiten die moderne Zahnmedizin bereithält, erklärt der Experte im Folgenden.

Inhaltsstoffe überprüfen

Für Patienten gestaltet es sich oftmals schwierig, anhand der Inhaltsstoffangaben zu erkennen, ob Zahnpflegeprodukte tatsächlich tierische Materialien enthalten. Um Verbraucher nicht zu verschrecken, steht dort meist nicht der Zusatz „animal“ oder „tierisch“. Außerdem lassen sich einige der aufgeführten Stoffe sowohl aus pflanzlichen als auch aus tierischen Rohstoffen gewinnen, weshalb sie Käufern keine Anhaltspunkte bieten. „Bei der Herstellung von Zahnpasta kommt beispielsweise oftmals Rindertalg zum Einsatz, der im Nachhinein wieder entfernt wird. Heutzutage gibt es jedoch pflanzliche Cremes, die ein entsprechendes Zertifikat auf der Verpackung aufweisen“, weiß Prof. Jung. „Zahnseide besteht zwar oftmals aus synthetischen Stoffen wie Nylon, wird aber in einigen Fällen mit Bienenwachs angereichert. Um ganz sicherzugehen, daher besser ungewachste Produkte kaufen.“ Bei Zahn- und Zwischenraumbürsten hingegen stellen die Borsten aus Plastik meist kein Problem für Veganer dar. Auf keinen Fall sollten Naturborsten benutzt werden.

Körpereigene Materialien statt tierischer Produkte

Auch bei zahnmedizinischen Eingriffen greifen Experten oftmals auf tierische Produkte zurück. Veganern, die etwa vor einer Implantation einen Knochenaufbau benötigen, empfehlen Experten daher, sich genau über alle dabei verwendeten Materialien zu informieren. „Denn bei einigen Verfahren kommen beispielsweise Mineralien zum Einsatz, die Fasern aus Kollagen beinhalten, die entweder vom Rind oder Schwein abstammen“, betont der Experte. „Hier bietet sich als Alternative die Entnahme von körpereigenem Knochen an. Diese Eingriffe können sehr schonen durchgeführt werden, verlangen aber einen versierten Operateur, der diese Techniken perfekt beherrscht.“ Damit treten keinerlei Abstoßreaktionen auf und das eigene menschliche Gewebe ermöglicht eine optimale Wundheilung sowie Knochenregeneration.

Angriff auf die Zähne stoppen

Aus zahnmedizinischer Sicht birgt die vegane Kost auch Risiken. Ernähren sich Veganer beispielsweise hauptsächlich von Obst, greift die beinhaltete Säure den Zahnschmelz an und löst dort eingebaute Mineralien. „In der Folge steigt das Risiko für Karies“, betont Prof. Jung. „Um diese sogenannte Demineralisierung zu stoppen, bieten sich basische Lebensmittel wie Nüsse, Bohnengemüse oder Avocados an.“ Wer seinen Zahnarzt über die vegane Ernährungsweise informiert und regelmäßige Kontrolluntersuchungen wahrnimmt, beugt Zahnschäden am besten vor.

 

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