Experteninterview: Wie sagt man trockener Körperhaut im Winter den Kampf an?

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Es sticht, es juckt, es brennt

Kennen Sie das? Besonders am Abend fängt die Haut an den Schienbeinen oder an den Armen ganz unangenehm an zu jucken. Man kratzt und alles wird noch viel schlimmer. Aus dem Kratzen wird ein Stechen, wird ein Brennen. Der Grund: trockene Haut. Nicht wenige Menschen leiden besonders in Herbst und Winter unter rissiger und schuppiger Haut am Körper. Unternimmt man nichts dagegen, wird das Leiden größer und größer. Schlimmstenfalls kratzt man die Haut sogar blutig. Welche Mittel Linderung verschaffen und was man tun kann, damit die trockene Haut gar nicht erst entsteht, erklärt Afsaneh Fatemi, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie an der KÖ-KLINIK in Düsseldorf.

Wie kommt es zu trockener Haut im Winter?

Afsaneh Fatemi: „Überall auf der Haut produzieren Talgdrüsen ständig ein leicht säurehaltiges Wasser-Fett-Gemisch. Dieses hält die Haut geschmeidig und bildet eine Schutzbarriere: Von innen geht keine Feuchtigkeit verloren, von außen dringen keine Bakterien oder Pilze ein. Bei weniger als 8 Grad Celsius wird die Produktion dieses Fettfilms zurückgefahren, die Barriere ist nicht mehr vollständig intakt. Zusätzlich entzieht die trockene und kalte Außenluft unserer Haut Feuchtigkeit. Den selben Effekt hat trockene Heizungsluft. Die Haut spannt, wird spröde und rissig. Trockene Haut ist nicht nur ein ästhetisches Problem. Im schlimmsten Fall entstehen kleine Entzündungen. Durch die gestörte Barrierefunktion ist die Haut auch anfälliger für schädliche Einflüsse von außen. Aufgeraute, schuppige Haut nimmt Pilzinfektionen oder Herpesviren besser auf. Sie neigt auch dazu, Kontaktallergien zu entwickeln. Die richtige Pflege im Winter ist also sehr wichtig.“

Wie sollte man trockene Haut idealerweise pflegen?

Afsaneh Fatemi: „Nach dem Duschen und Baden ist Eincremen Pflicht – zum Beispiel mit einer reichhaltigen Bodycreme. Ideal sind Lotionen mit starken natürlichen Feuchtigkeitsbindern wie Urea (Harnstoff). Urea hilft, die Barrierefunktion der trockenen Haut wiederherzustellen und den Wasserverlust zu normalisieren. Dabei zielt Urea nicht darauf ab, die Haut von außen zu befeuchten, sondern stößt den internen Befeuchtungsvorgang an. Der Harnstoff hilft den Zellen, sich untereinander zu verbinden. Früher wurde Urea übrigens aus dem Urin von Pferden gewonnen, heute wird der Harnstoff ausschließlich synthetisch hergestellt. Doch Vorsicht bei zu hoch dosierten Urea-Produkten (mehr als 10 %): Zu viel Harnstoff kann in der Haut Mikrokristalle bilden, die zu Hautirritationen führen können.

Was hilft, wenn nur einzelne Hautstellen zu Trockenheit neigen?

Afsaneh Fatemi: „Einige Stellen am Körper neigen im Winter besonders zu trockener Haut – sogar wenn man sonst keine trockene Haut hat: Ellenbogen, Knie und Schienbeine. Dicke Pullis, Strumpfhosen und Jeans reiben die Haut auf. Hier kann man zu bewährten Hausmitteln greifen: Bei schuppigen Ellenbogen und Knien hilft ein sanftes Peeling aus zwei Esslöffeln Zucker und einem Esslöffel Weizenkeimöl. Mineralhaltiger Schlamm aus dem Toten Meer macht die Haut ebenfalls schön zart. Gegen Reibeisenhaut an den Schienbeinen nimmt man am besten Öle wie Jojoba-, Mandel-, Granatapfel- oder Olivenöl. Die Körperhaut hat schließlich neunmal weniger Talgdrüsen als das Gesicht: Die Öle sind reich an Linolsäure, wie sie auch in der Haut vorkommt. Produkte mit Sheabutter pflegen die trockenen Stellen ebenfalls intensiv.“

Was sollte man seiner Haut im Winter besser nicht zumuten?

Afsaneh Fatemi: „Überheizte Räume und trockene Raumluft machen der Haut zu schaffen, vor allem wenn nicht regelmäßig gelüftet wird. Da kann die Luftfeuchtigkeit auf 25 bis 30 Prozent sinken. Ideal ist eine Raumluftfeuchtigkeit von 50 bis 60 Prozent. Sie lässt sich mit einem Hygrometer ermitteln. Stundenlang im heißen Badewasser zu sitzen mag gerade im Winter sehr gemütlich sein, aber der Haut tut man damit nichts Gutes. Sie wird ausgelaugt und trocken. Wichtig: Nicht länger als 15 Minuten in maximal 25 Grad heißem Wasser baden. Statt duftiger Schaumbäder rate ich im Winter zu reichhaltigen Creme- und Ölbädern.“

Wie kann ich meiner Haut zusätzlich etwas Gutes tun?

Afsaneh Fatemi: „Bei der Körperpflege setzt man im Winter am besten auf kurze, lauwarme Duschgänge. Rückfettende Duschöle sind besonders sanft zur Haut. Auch Duschcremes und pH- neutrale Waschlotionen sind gut geeignet. Nach dem Duschen sollte Eincremen mit einer feuchtigkeitsspendenden Lotion selbstverständlich sein. Mein Geheimtipp: Zuhause und am Arbeitsplatz Grünpflanzen aufstellen. Sie sind die ökologische Alternative zum Zimmerspringbrunnen und Luftbefeuchter. Besonders gut geeignet sind Zyperngras, Zimmerlinden, Papyrus und Grünlilien. Sie geben rund 98 Prozent des aufgenommenen Wassers an die Umgebung ab und schaffen ein hautfreundliches Raumklima. Auch die Ernährung hilft, die Haut im Winter gesund und funktionstüchtig zu halten. Vollkorn- und Milchprodukte, Gemüse und Obst sollten die Hauptrollen übernehmen. Ihre Vitalstoffe bringen zusätzlich das Immunsystem in Schwung und stärken damit auch die Haut. Zur Erhaltung der Hautfunktion brauchen wir vor allem Biotin, Zink, Jod, Niacin, Riboflavin und Vitamin A.“

 

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