Alzheimer und altersbedingte Beschwerden

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Etwa eine Million Menschen in Deutschland sind von Alzheimer betroffen.

Dabei belastet die neurodegenerative Erkrankung neben den Betroffenen selbst vor allem ihre Angehörige: Rund zwei Drittel der Alzheimer-Patienten werden von der Familie betreut. Eine Studie im New England Medical Journal of Medicine hatte erst kürzlich gezeigt, dass ein großer Teil der pflegenden Angehörigen deutliche Zeichen einer Depression aufwies.

Symptomatik und Prävalenz

Gedächtnisverlust, Verwirrtheit, Desorientierung – das sind die häufigsten Symptome der Demenzerkrankung, die der deutsche Neurologe Alois Alzheimer (1864-1915) bereits vor mehr als 100 Jahren beschrieb. Schätzungen zufolge sind weltweit etwa 35 Millionen Menschen betroffen. Die Zahl der Patienten erhöht sich mit steigernder Lebenserwartung: Während bei den 70- bis 75-Jährigen etwa 3 bis 4 % betroffen sind, ist bei den über 90-Jährigen mehr als ein Drittel erkrankt. Die Ursache der Erkrankung ist bislang unbekannt.

Neurobiologische Veränderungen

Neben der Alzheimer-Krankheit gibt es noch andere Demenzformen, die allerdings wesentlich seltener vorkommen. Kennzeichnend für die Alzheimer-Krankheit ist der Verlust von Neuronen aus Hirnarealen, die für das Gedächtnis und die Intelligenz zuständig sind. Dafür sind bestimmte Eiweißablagerungen im Gehirn verantwortlich, wo sich amyloider Plaques bildet, dessen Fragmente im Normalfall zersetzt werden. Bei der Alzheimer-Krankheit häufen diese sich jedoch an und sind im Hirn von Betroffenen in besonders hoher Dichte vorhanden. In deren unmittelbarer Umgebung degenerieren die Nervenzellen, sterben schließlich ab und das Gehirn kann auf diese Weise bis zu 20 % seiner Masse verlieren. Warum das so ist, ist bislang nicht geklärt, denn als Nebenprodukt von Stoffwechselvorgängen entsteht Amyloid dauerhaft im menschlichen Körper. Lediglich als Plaques führt es zu Schädigungen.

Früherkennung und Diagnosestellung

Da die Alzheimer-Krankheit nicht heilbar ist, konzentriert sich die Forschung auf die Prävention und Früherkennung sowie die Entwicklung von Medikamenten, die den Krankheitsprozess hinauszögern. Doch leider fehlt es bislang an Untersuchungsmethoden, die eindeutige Hinweise auf die Krankheit liefern und damit eine zuverlässige Diagnose ermöglichen. Da die Krankheit von verschiedenen Hirnregionen ausgehen kann, können auch die Anzeichen je nach Patient sehr unterschiedlich ausfallen.

Als Warnsymptome gelten jedoch:

  •  Dauerhafte und fortschreitende Gedächtnislücken
  •  Räumliche und zeitliche Orientierungsschwierigkeiten
  •  Sprachprobleme
  •  Eingeschränkte Auffassungsgabe und Urteilsvermögen
  •  Antriebslosigkeit
  •  Stimmungsschwankungen
  •  Veränderung der Persönlichkeit

Ob eine Erkrankung vorliegt und um ihr Ausmaß zu bestimmen, stehen verschiedene neuropsychologische Testverfahren zur Verfügung. Des Weiteren wird eine vollständige körperliche Untersuchung (Ultraschalluntersuchung, Kernspintomographie) vorgenommen wie auch die besondere Dispositionen und das genetische Risiko ermit- telt. Wenn alle anderen denkbaren Ursachen der Beschwerden ausgeschlossen sind, gilt die Alzheimer-Krankheit als diagnostiziert.

Prävention als wichtiger Forschungsansatz

Es gibt einige Präventionsmaßnahmen, die man selbst befolgen kann. Dazu zählen:

  • Eine gesunde Ernährungsweise, die viel Obst, Gemüse, Fisch, Olivenöl und Vollkornprodukte einschließt. Fertigprodukte, tierische Fette und Alkohol sollten hingegen weitestgehend vom Speiseplan gestrichen werden. Studien zeigen, dass ein hoher Cholesterinspiegel, Bluthochdruck und Übergewicht die Gefahr, gesunde Gehirnfunktionen zu verlieren und an Alzheimer zu erkranken, um das Vielfache erhöhen können. Als besonders vielversprechend erweist sich neuesten Erkenntnissen zufolge eine Kombination aus Antioxidantien und Omega-3-Fettsäuren im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung, denn die ungesättigte Omega-3-Fettsäure Docosahexaensäure (DHA) lagert sich in der Zellmembran ein, erhöht dort die Membranfluidität und steigert die Bildung zellschützender Spaltprodukte des APP, einem Vorläufer von Amyloid.
  • Wissenschaftler fanden außerdem heraus, dass eine ausreichende Versorgung mit den Vitaminen B6, B12 und Folsäure den Homocysteinspiegel senken und dadurch dem Abbau von Gehirnmasse im Alter entgegenwirken kann.
  • Körperliche Aktivitäten wie beispielsweise Nordic Walking haben ebenfalls einen positiven Einfluss. Allein durch Spazierengehen kann das Alzheimer-Risiko um bis zu 40 % gesenkt werden.
  • Häufig ziehen sich Erkrankte aus Scham oder anderen Gründen aus dem Familien- oder Freundeskreis zurück, doch auch ein erfülltes soziales Umfeld fördert die Hirnfähigkeit. Längst erwiesen ist ebenfalls, dass sich Einsamkeit ebenso schädlich wie Rauchen, Bluthochdruck oder Übergewicht auswirken kann und sogar gefährlicher als Bewegungsmangel ist.
  • Geistig aktiv bleiben: Zum Erhalt der kognitiven Fähigkeiten eignen sich Kreuzworträtsel, Gehirnjogging oder auch das Erlernen einer neuen Sprache. Je mehr das Gehirn gefordert wird, desto mehr Nervenzellen werden mittels Synapsen verknüpft. Das steigert die Leistungsfähigkeit des Gehirns.

Quelle: medicalpress.de

 

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