Herpes – Küssen verboten, sonst kann es ins Auge gehen

Herpes – Küssen verboten, sonst kann es ins Auge gehen

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Jeder kennt Herpes

Schätzungsweise 90 Prozent der deutschen Bevölkerung trägt das Herpes-simplex-Virus in sich. Herpes ist lästig und unangenehm. Tritt Herpes an den Lippen auf, ist Küssen verboten. Mit einem Kuss können die Viren schnell auf das Gesicht übertragen werden und auch ins Auge gelangen. Unbehandelt und unerkannt können die Viren bis in die Hornhaut vordringen. Im schlimmsten Fall kann Augenherpes sogar zur Erblindung führen. Frau Dr. Klaudia Schulte, Fachärztin für Augenheilkunde bei DOmed, klärt über das Thema auf.

Was ist Augenherpes?

Dr. Schulte: „Augenherpes bezeichnet eine Infektion am Auge, die durch das Herpes- simplex-Virus entsteht. Meist ist zunächst ein Auge befallen, was aber die Erkrankung des zweiten Auges nicht ausschließt. Ist man einmal betroffen, kann es häufig zu Rückfällen kommen. Eine intensive Behandlung ist daher unumgänglich. Sonst kann das Herpes- simplex-Virus in tiefe Schichten der Hornhaut vordringen. Die Folge: Das Auge entzündet sich weiter. Dies kann eine Vernarbung der Hornhaut verursachen und mit einer Trübung der Hornhaut einhergehen.“

Wie verläuft eine Ansteckung?

Dr. Schulte: „Durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion gelangt das Virus auf die Haut. Die Ansteckung erfolgt meist schon im Kindesalter. Es kann also sein, dass man ein Herpes- simplex-Virus in sich trägt, das aber erst später oder gar nicht ausbricht. Die Viren sitzen in den Nervenzellen. Zum Ausbruch kommt es zum Beispiel durch ein geschwächtes Immunsystem. Es gibt kaum Menschen, die sowohl zu einem Lippen- als auch zu einem Augenherpes neigen. Bei Betroffenen ist überwiegend nur eine Ausprägung vorhanden.“

Wie erkenne ich Herpes am Auge?

Dr. Schulte: „Augenherpes kann die Augenlider, die Binde-, Horn- oder Aderhaut betreffen. Am häufigsten ist die Hornhaut von den Viren befallen. Die Symptome sind ähnlich einer Bindehautentzündung: Rötungen am Auge, Juckreiz und Tränenfluss. Die typischen Herpesbläschen können an den Augenlidern entstehen. In jedem Fall ist ein Arzt aufzusuchen, um die eindeutige Diagnose zu stellen, die Therapie einzuleiten und damit Langzeitfolgen wie einer Sehstörung oder schlimmstenfalls einer Erblindung entgegenzuwirken.“

Wie wird behandelt?

Dr. Schulte: „Ist das Auge nur oberflächlich befallen, helfen in der Regel Augentropfen und Salben mit hemmender und desinfizierender Wirkung. Mit cortisonhaltigen Augentropfen wird behandelt, wenn der Herpes weiter fortgeschritten ist. Sind die Viren aber einmal im Körper, verbleiben sie dort ein Leben lang. Lediglich die Symptome können behandelt und gelindert werden. Das heißt, die Vermehrung der Viren wird gestoppt, aber diese werden nicht vernichtet. Das Auge kann mit Kompressen gekühlt werden. Diese aber möglichst nicht direkt aufs Auge legen, sondern in ein Tuch gewickelt anwenden.“

Haben Sie Tipps, um einen (erneuten) Herpesausbruch zu verhindern?

Dr. Schulte: „Es ist wichtig, das Immunsystem zu stärken. Frische Luft, Vitamine, gesunde Ernährung, wenig Stress und ausreichend Schlaf sind die Basis dafür.“

Was kann ich tun, damit ein Lippenherpes nicht ins Auge geht?

Dr. Schulte: „Küsse sollte man in jedem Fall meiden. Auch ein Gute-Nacht-Kuss bei Kindern auf die Lider ist ein Übertragungsweg. Häufiges Händewaschen ist anzuraten, vor allem nach Berührung der erkrankten Stelle.“

Fotocredit: Konstantin Gastmann/pixelio.de

 

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